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| Jetzt wird
jeder elfstellig |
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Man hat es nicht gebraucht
- Andere offenbar schon:
Die neue Steuer-Identifikationsnummer |
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| Das ist die gute Nachricht:
Eltern brauchen theoretisch künftig keine schlaflosen Nächte
mehr mit der Namenssuche für ihr Neugeborenes verbringen. Die Auswahl
trifft ab sofort das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn, auch
wenn dieser logische Schluss ein bisschen Schieflage hat. Denn mit der
Geburtsurkunde vom Einwohnermeldeamt verschickt die bis dato - soll
man sagen Gott sei Dank? - weithin unbekannte Behörde auch Neugeborenen
eine elfstellige Nummer, und die behält der Balg unverrückbar
von der Wiege bis zur Bahre. Glückwunsch zur Geburt Ihrer elfstelligen
Steuer-Identifikationsnummer! Den Kinds-Namen kann man ja immer noch
ändern. |
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| Ein bisschen Spaß muss
sein, wenn man sich vorstellt, dass via Bonn bis zum Jahresende 2008
alle rund 80 Millionen Bundesbürger ihr personenbezogenes Steuer-ID-Dokument
zugeschickt bekommen haben. Eine Nummer, die künftig bei allen
Anträgen, Erklärungen und Mitteilungen zur Einkommenssteuer
an das Finanzamt anzugeben ist. Nummer vergessen? Kein Problem, die
in der EDV hinterlegte Kennziffernfolge ist beim Finanzamt jederzeit
abfragbar. Und die Behörde bittet in der Übersendung der personenbezogenen
Nummer rückseitig im "Kleingedruckten" auch gleich um
Verständnis: "dass die Identifikationsnummer auch Kindern
zugeleitet wird. Dies ist erforderlich, weil schon ab Geburt eine Steuerpflicht
besteht". Das wusste man bisher so nicht, geahnt hat man es aber
schon. |
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| Doch wer glaubt, das sei typisch
Deutsch, irrt. Deutschland vollzieht nur, was zum Beispiel Österreich,
Schweden und Island alleine in der EU schon längst umgesetzt haben.
"Das ist der gläserne Bürger", meint Markus Florange
von der Steuerberaterkanzlei Theis, Pickartz, Florange in Gerolstein.
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| Die Steuer-ID soll schließlich
nicht nur behördeninterne Abläufe erleichtern, wie Alois Zender,
Sachgebietsleiter und Vertreter des Amtsvorstehers beim Finanzamt Daun,
erläutert. Schon bei Umzügen einer Person innerhalb eines
Bundeslandes war bisher eine neue Steuernummer fällig, erst recht
dann, wenn es in ein anderes ging. Dieser bürokratische Aufwand
werde nun abgebaut, ein Segen für die Behörden. Zender: "Jetzt
behält er einfach seine Nummer". |
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| Doch nicht nur das. Ziel der
Übung ist unter anderem, auch jede Art von Einkünften ein
und derselben unverwechselbaren Person - und Einkommensteuerpflichtigen,
zuordnen zu können. So werden im Zuge der Einführung der ID
auch zum Beispiel die Rentenversicherungsträger bundesweit die
Bescheidmitteilungen an die Finanzbehörde übermitteln. Genauso
wie die Mitteilungen des Arbeitgebers über die Lohnzuweisung an
die Angestellten künftig via ID erfolgt. |
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| Damit wird künftig vieles
klarer als bisher. Was Meier, Maier, Mayer oder Meyer in Finanzdingen
unternommen haben, und was davon bei der fälligen Einkommenssteuererklärung
wie gemeldet wurde wird schneller nachvollziehbar. Alois Zender: "Die
Zuordnung verschiedener Datensätze wie zum Beispiel von Mitteilungen
über Beteiligungseinkünfte künftig aufgrund der Einmaligkeit
der Nummer erleichtert". |
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| Eine andere Neuerung, die
seit 1.1.2009 gilt, ist bekanntlich die Abgeltungssteuer. 25 Prozent
auf alle Kapitalerträge plus Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag,
zu melden von Versicherungen, Kreditinstituten im In- und Ausland. Schon
seit 2005 geben 24 EU-Staaten Nachrichten über alle Zahlungseingänge
deutscher Staatsbürger auf ein Auslandskonto an die Finanzämter
weiter. Ebenfalls seit 2005 kann das Finanzamt überprüfen,
bei welcher Bank der Steuerzahler Konten unterhält, er kann Kontobewegungen
und Stände, Depotnummern abfragen, Kontolöschungen natürlich
auch. |
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| Mit der Steuer-ID wird diese
Datenflut nun schneller kontrollierbar, sie bildet praktisch den Erkennungsschlüssel
für die unterschiedlichen Einnahmepositionen des Steuerzahlers. |
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| Künftig wird also die
Steuer-Identifikationsnummer der Generalschlüssel zu den Finanzverhältnissen
der Bundesbürger sein. Vor dem Bundesverfassungsgericht sind wegen
möglicher Verfassungswidrigkeit schon mal vorsorglich die ersten
Klagen eingereicht. |
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| Und es läuft ja bei einem
Vorhaben wie der "Umbenennung" eines ganzen Volkes auch alles
ohnehin nicht reibungslos. Zahlendreher sind aufgetaucht, Ziffern fehlen.
Es hat eben gehapert bei der Datenübertragung von Einwohnermeldeamt
zum Bonner Bundeszentralamt für Steuern. Und das kann auch so weitergehen:
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| Für eine Übergangszeit
muss die alte Steuernummer parallel mit der neuen ID angegeben werden.
Wetten, dass alles reibungslos läuft, werden nicht entgegen genommen. |
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| © Internetredaktion.com
für Orange 7 2008 |
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