|
|
 |
 |
| //
STALKING |
 |
| Es
war wie ein Blitz aus heiterem Himmel. "Um sechs Uhr am frühen
Morgen klingelte es an der Haustür. Ich war noch verschlafen,
öffnete die Tür. Da schlug er einfach zu und traf mich auf
der Nase. Ich war so erschrocken, dass ich nur noch rief: Wer
sind Sie?'. Er drehte sich noch kurz um, während er die Treppe
herunterlief. Da habe ich ihn erkannt". In diesem Moment des
frühen Morgens in der Vorweihnachtszeit 1989, dem Augenblick,
da Michael R. zuschlug, veränderte sich das Leben von Renate
F. |
 |
| Sie
war das erste Mal Opfer ihres "Stalkers" geworden, und ihre
Leidensgeschichte sollte acht Jahre dauern. Michael R.: ein Schüler,
den die in der Erwachsenenbildung tätige Frau Jahre zuvor unterrichtet
und seitdem nicht mehr gesehen hatte. Er sei ihr immer als "als
extrem auffällig" in Erinnerung geblieben, sagt sie. Sie
habe Mitleid mit dem jungen Mann gehabt, erzählt sie, ihn gegrüßt,
ihn, den alle anderen gemieden haben. Und: "Das war der Fehler." |
 |
| 1989
erschoss der 19-jährige Robert John Bardo die Schauspielerin
Rebecca Schaeffer an ihrer Wohnungstür in Los Angeles. Bardos
Amoktat und in der Folge weitere vier Morde in nur sechs Wochen an
Frauen in Kalifornien alarmierten die Öffentlichkeit, Polizei
und auch die Wissenschaft. In allen Fällen stellten sich Gemeinsamkeiten
heraus. Und sie korrelierten mit der Ermordung John Lennons und dem
Mordanschlag auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. |
 |
| Rund
eine Million Opfer in den USA |
 |
| Wissenschaftler
wie Paul Mullen in Australien oder J. Reid Meloy in den USA fassen
sie unter dem Begriff "Stalking" zusammen. Das Wort kommt
aus der englischen Waidmannssprache und wird mit "sich an ein
Wild heranpirschen" übersetzt. |
 |
| Wenn
Menschen zu Stalkern werden, so viel scheint von dem, was seither
in den USA, Australien, den Niederlanden und Großbritannien
an gesicherten Erkenntnissen gesammelt worden ist, festzustehen, leben
sie eine Obsession aus. Ihr Wahn wird möglicherweise durch eine
wie immer geartete Schlüsselsituation ausgelöst. Auf einmal
belästigen, bedrohen, verfolgen, verletzen oder ermorden sie
schließlich sogar die Opfer ihres Wahns. Was dem zugrunde liegt,
kann auch auf frühkindliche Beziehungs- und Entwicklungsstörungen
zurückzuführen sein. |
 |
| In den
USA wird die Zahl der Stalking-Opfer nach einer im Auftrag des US-Justizministeriums
durchgeführten repräsentativen telefonischen Umfrage unter
16 000 US-Bürgern auf rund eine Million hochgerechnet. Zahlen
aus Deutschland gibt es noch nicht. "Stalking ist kein Verbrechen
aus Liebe oder Begehren. Es geht um Aufmerksamkeit, Kontrolle und
Macht", schreibt Susanne Schumacher in ihrem Buch mit dem leider
irreführenden Titel "Liebeswahn". Dass allgemeine soziale
Phänomene wie die zunehmende Isolierung des Einzelnen, gestörte
Familienverhältnisse, sowie der Verlust tradierter Werte und
Bindungen die Herausbildung von Stalker-Persönlichkeiten unterstützen,
gilt als gesichert. |
 |
| Dennoch
ist das, was seit nunmehr rund 20 Jahren einen griffigen Namen hat,
nicht neu. Heute beginnt es nur anders - und es wird in der Öffentlichkeit
diskutiert, nicht zuletzt nach Bekanntwerden besonders prominenter
Opfer von Stalking. |
 |
| Tabus
werden ignoriert, die Intim- und Privatsphäre verletzt |
 |
| Es fängt
zum Beispiel mit unerwünschten eMails, Briefen und Telefonterror
an, steigert sich über Drohungen und Beschimpfungen bis hin zu
tätlichen Angriffen. Immer werden Tabus ignoriert, die Intim-
und Privatsphäre des Opfers verletzt. Stalking hat eine unheimliche,
in aller Regel eskalierende Dynamik. Gemeinsam ist ihnen allen die
eskalierende Handlungsweise, ein Sich-Aufschaukeln der Aktionen, die
zunehmend agressiver werden können. Über Jahre. Durchschnittlich
dauert ein Stalking-Fall 21 Monate. Mit langen Pausen dazwischen. |
 |
| Bei
Renate F. war das anders. Es begann unvermittelt, ohne jede Vorwarnung.
Ähnlich verhielt sich auch Peter T. der Stalker von Reiner S.
"Er behauptete, er wolle mich retten", so Reiner S., "er
war davon überzeugt, dass mich meine Familie gefangen halte,
und er hat alles getan, um mich zu befreien'". Es ist so,
als ob Peter T. Reiner S. sagen will: Du entgehst meiner Liebe
nicht!'. |
 |
| Zufälligkeit
der Ereignisse: Auch dieses Mal ist es um die Weihnachtszeit - aber
des Jahres 2002 - als der 40-jährige schockiert erkennen muss,
dass er Stalking-Opfer ist. Peter T., den er flüchtig aus seinem
weiteren Verwandtschaftskreis kennt und zuletzt vor rund vier Jahren
gesehen hat, versucht ihn beim weihnachtlichen Besuch seiner Familie
, 100 Kilometer vom Wohnort von Reiner S. entfernt, anzusprechen.
Die alarmierte Polizei verfügt einen Platzverweis. Zunächst
mit Erfolg. |
 |
| Reiner
S. reagiert: "Lass mich in Ruhe!" |
 |
| Doch
eigentlich umsonst. Denn wenige Tage später, mittlerweile in
seine Wohnung zurückgekehrt, erfährt Reiner S. von Nachbarn,
dass Peter T. in der Zwischenzeit im Treppenhaus vor seiner Wohnung
im Schlafsack übernachtet und auf ihn gewartet habe. Tage später
versucht Peter T. erneut das Ziel seiner wahnhaften Begierde anzusprechen.
Reiner S. reagiert: "Lass mich in Ruhe!" versucht er seinem
Stalker klar zu machen. Ruft erneut die Polizei. Wieder ein Platzverweis. |
 |
| In den
folgenden Tagen und Wochen nimmt er den Telefonhörer nicht mehr
ab, wenn es klingelt, schaltet rund um die Uhr den Anrufbeantworter
ein, sucht um Hilfe bei Rechtsanwälten, Mitarbeitern des Sozialpsychologischen
Dienstes seiner Heimatstadt, bei ratlosen Polizisten. Gerät Wochen
später endlich an eine Fachfrau, die überhaupt weiss, dass
das, was Reiner S. durchmacht, keine Hysterie ist. |
 |
| Ähnlich
erging es auch Renate F. Zunächst stellt Michael R. nach einigen
Wochen seine Bedrohungen ein. Doch es sollte nur die Ruhe vor dem
Sturm sein. "Wieder eines Morgens, vielleicht ein Jahr nach diesem
Vorfall, klingelt er und steht wieder in der Tür. Er drängt
mich in die Wohnung, schließt die Türe hinter sich zu.
Da bin ich in die Küche gelaufen, wo ich mir seit dem ersten
Vorfall eine Tränengaspatrone hingelegt hatte. Ich habe ihn damit
besprüht, er taumelt in ein anderes Zimmer. Ich flüchte
in eine Nachbarwohnung, rufe die Polizei." Die kommt eine halbe
Stunde später. Michael R. ist noch da. Die Beamten "haben
die Personalien aufgenommen und ihn dann einfach laufen lassen". |
 |
| Ein
Psychologe habe ihr danach geraten, "doch den Wohnort zu wechseln,
und mir einen Hund zuzulegen. Das hat mich wütend gemacht. Warum
soll ich, dessen Leben angegriffen wird, flüchten vor dem, der
dafür verantwortlich ist?" fragt Renate F. |
 |
| Sie
denkt nicht gerne an diese Ereignisse zurück. Es wühlt sie
auf. Sie habe zum Zeitpunkt des zweiten Vorfalles gerade mit einer
Psychoanalyse begonnen, um die Erfahrungen nach dem ersten Ereignis
und folgende Wellen bedrohlicher obszöner Briefe und wirrer Telefonanrufe
zu verarbeiten. Die professionelle Hilfe schützt sie jetzt: "Durch
meine Reaktion habe ich erfahren, dass es wichtig ist, dass man keine
Angst hat. Man muss nicht Opfer sein!" |
 |
| Die
meisten Täter sind Männer, zwischen 30 und 50 Jahre alt |
 |
| Renate
F. und Reiner S. sind statistisch gesehen keine besonders auffällige
Zielgruppe von Stalkern. Beide stehen oder standen in keinerlei persönlichem
oder intimem Verhältnis zu ihren "Verfolgern". Statistisch
gesehen ist die Gruppe der Ex-Partner-Stalker die größte
- und bezogen auf die Ausübung von Gewalt gegenüber ihren
Opfern auch die Gefährlichste. Die Täter sind meistens Männer,
zwischen 30 und 50 Jahre alt. Diese Tätergruppe hat die Trennung
von ihrer Partnerin nicht verkraftet und will das vermeintlich ohne
eigene Schuld verlorene Objekt ihrer Begierde nicht aufgeben. |
 |
| Einer
Studie der australischen Stalking-Forscher P.E. Mullen, M. Pathe und
R. Purcell zufolge wurden in 32 Prozent der untersuchten Fälle
solche "Rejected Stalker" festgestellt, die den Trennungsschmerz
nicht ausheilen können. In weiteren 32 Prozent "Intimacy
Stalker", solche, die am ehesten noch aus einem abstrusen "Liebeswahn"
Nähe zu ihren Opfern suchen. 14 Prozent der Täter werden
der Gruppe der "Incompetent suitor", die eine Augenblicksbekanntschaft
verfolgen und bedrohen, 15 Prozent der Fälle "Resentful
stalker", die sich aus vermeintlich erlittenem Unrecht rächen
wollen, zugeordnet. Fünf Prozent schließlich gehören
zur Gruppe der "Predatory Stalker", deren Bedrohungsverhalten
nur Vorbereitung für eine weitere Straftat ist. Oft für
Mord. |
 |
| Doch
wo hört im Fachjargon sogenanntes - und gesellschaftlich akzeptiertes
- "Belagerungs- und Werbungsverhalten" auf, wo fängt
Stalking an? "Die entscheidende Frage ist, was gehört noch
zum Spiel?" stellt auch Diplom-Psychologe Jens Hoffmann fest.
Zusammen mit Professor Hans-Georg W. Voß rief Hoffmann 2001
an der Technischen Universität Darmstadt das bundesweit bisher
einzige psychologisch ausgerichtete Stalking-Forschungsprojekt ins
Leben, das im wesentlichen vom Opferschutzverband Weißer Ring
finanziert wird. |
 |
| Günter
Parches Angriff auf Monica Seles |
 |
| Was
für die Opfer schon Stalking ist, weil es ihnen gegen ihren erklärten,
und dem Täter bewussten, Willen geschieht, wird von der Umwelt
oft gar nicht als weiter aufregend eingeschätzt. Auch Renate
F. und Reiner S. kennen die Reaktionen im Freundes- und Bekanntenkreis,
das weit verbreitete Unverständnis bei Polizei, Anwälten
und Psychologen, wie mit dem komplexen Phänomen umzugehen sei.
Eine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition von Stalking,
die zugleich Überlegungen für eine mögliche Tätertherapie
erlauben würde, gibt es noch nicht. |
 |
| "Es
ist wirklich schwer, jemandem klar zu machen: ich werde von einem
Verrückten verfolgt, der sich einbildet, mit mir irgendwie verbunden
zu sein", zitiert Susanne Schumacher die TV-Talkerin Sabine Christiansen,
die wie zum Beispiel auch Harald Schmidt, Guido Westerwelle, Claudia
Schiffer, Stephen Spielberg, Thomas Gottschalk oder Steffi Graf Opfer
von solchen mehr oder weniger anonymen "Fans" geworden sind. |
 |
| Der
Stalking-Fall der Tennisspielerin Steffi Graf wurde am 30.4.1993 weltweit
bekannt, als ihr Verfolger Günter Parche in einer Spielpause
des Turniers am Hamburger Rothenbaum die vermeintlich härteste
Konkurrentin seines Wahnopfers, Monica Seles, mit einem Messer niederstach. |
 |
| Weil
eben an dem alten Phänomen des Verfolgungswahns mit dem neuen
Namen so vieles unklar ist, wurden in den USA als erstem Land weltweit
seit 1990 in allen Bundesstaaten Anti-Stalking-Gesetze erlassen. Ein
Bundesgesetz regelt seit 1996 die staatenweite Verfolgung der Täter.
Ausgehend von Los Angeles wurden ebenfalls seit 1990 "Threat
Management Units" bei der Polizei eingerichtet. Die Bedrohungs-Management-Teams
sind aus Psychiatern, Psychologen, Soziologen, Polizisten und Staatsanwälten
zusammengesetzt. Einige Dutzend professioneller Websites stehen den
Opfern ebenso als Informationsplattformen zur Verfügung wie ein
dichtes Netzwerk an Selbsthilfegruppen und Schutzeinrichtungen - für
Opfer und auch für Täter. |
 |
| Die
Polizei Bremen in der Vorreiterrole |
 |
| Der
deutsche "Fall Schaeffer" ereignete sich in Bremen Ende
der 90er Jahre. Eine Frau war von einer ihr Unbekannten plötzlich
bedroht und verfolgt worden. Die Stalkerin hatte das Auto ihres Opfers
angezündet, war in ihre Wohnung eingebrochen und hatte versucht
sie umzubringen. Innerhalb kurzer Zeit kamen zwei weitere gravierende
Fälle obsessiver Verfolgung hinzu. Das Landeskriminalamt begann
daraufhin mit der Einrichtung von fünf Stalkingbeauftragten.
Für jede der fünf Polizeiinspektionen in der Hansestadt
einen. Alle Polizeibeamten der Polizei Bremen wurden entsprechend
informiert und in die Thematik eingewiesen. Die Experten bei der Polizei
und der Staatsanwaltschaft stellen im Fall der Fälle Kontakte
zu Therapeuten, Psychiatern und der Justiz her, vermitteln Ansprechpartner
für die Opfer, geben Tipps für den Umgang mit den Tätern.
In Bremen und Umzu sind Opferschutzeinrichtungen in das Hilfenetzwerk
eingebunden. |
 |
| Neuesten
Zahlen zufolge hat das LKA Bremen zwischen dem 1. Januar 2001 und
dem 1.4. 2002 48 Stalking-Fälle registriert. 78,9 Prozent der
Opfer sind Frauen, 83,3 Prozent der Täter Männer. Jeweils
gut ein Drittel der Täter und Opfer - damit die größte
Gruppe - sind zwischen 31 und 40 Jahren alt. Einige Daten der einzigen
Stalking-Statistik der Polizei, die es in Deutschland bisher überhaupt
gibt. Bremen gilt bundesweit als Vorreiter. |
 |
| Stalking
ist ein unbestimmter Rechtsbegriff. Ein spezieller Straftatbestand
existiert in Deutschland nicht. Anfang 2002 trat zwar das "Gewaltschutzgesetz"
in Kraft, "doch das hat uns in der Praxis eher geschadet, denn
es hat die Kreativität der Gerichte eingeschränkt",
zieht der Göttinger Rechtsanwalt Dr. Volkmar von Pechstaedt,
der bisher rund 300 Stalking-Opfer vor deutschen Gerichten vertreten
hat, nüchtern Bilanz. Von Pechstaedt ist einer der wenigen Advokaten,
die sich der juristischen Hürden beim Einbringen eines zivilrechtlichen
Vergehens als Straftatbestand überhaupt annehmen: Der Streitwert
bei Stalking-Fällen wird hierzulande eher niedrig angesetzt.
|
 |
| Die
meisten Stalker interpretieren ein Verbot nur als Bestätigung |
 |
| Für
Renate F. und Reiner S. bedeutet diese Rechtslage: Sie müssen
dieBeweise sammeln für das, was aus gesetzlicher Sicht oft eher
ein Fall "häuslicher Gewalt" und entsprechend despektierlich
anzusehen ist. Sie müssen über verschiedene Orte und lange
Zeiträume hinweg versuchen, einstweilige Verfügungen und
Unterlassungsklagen zu erwirken - und zwischen all dem einen Zusammenhang
herstellen können, denn sie haben die Beweislast. Es sei denn,
es droht offensichtlich eine unmittelbare Gefahr für Leib und
Leben von Opfer oder Täter. Dann kann die Polizei präventiv
tätig werden. Was gerade nicht in der Natur der oft langwierigen
Dynamik von Stalking-Verhalten liegt. |
 |
| Dabei,
so das deprimierende Ergebnis einiger wissenschaftlicher Untersuchungen,
bergen Unterlassungsverfügungen oder polizeiliche Platzverweise
oft nur die Gefahr einer weiteren Eskalation der Gewalt: Die meisten
Stalker interpretieren jede Form der Kontaktaufnahme ihres Opfers
als Bestätigung - auch die durch die Polizei. |
 |
| Kommt
es endlich zu einer richterlichen Anordnung, besteht die, so von Pechstaedt
aus seiner Erfahrung, aus einem befristeten Sanktionenkatalog nach
dem Gewaltschutzgesetz. Zum Beispiel aus einem Annäherungsverbot.
Wobei die Gerichte sich uneins darüber sind, ob 20, 50 oder vielleicht
auch 100 Meter ausreichen können. Außerdem: Das Gewaltschutzgesetz
ist nicht für Handlungen anwendbar, die vor dem Inkrafttreten
am 1.1.2002 begangen wurden. Das ist alles viel zu unflexibel zur
wirksamen Bekämpfung eines so komplexen Phänomens",
so der Kommentar von Diplom-Psychologe Jens Hoffmann von der TU Darmstadt. |
 |
| Oder
- aus Sicht des Opfers - es sind lauter Teufelskreise. Um die zu durchbrechen,
hat Anwalt von Pechstaedt einen Entwurf für einen eigenen Stalking-Paragrafen
im Strafgesetzbuch in den Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages
eingebracht. "Da liegt er nun, aber er wird kommen, wie anderswo
auch", ist der Jurist überzeugt. |
 |
| Michael
R. und Peter T. sind Stalker. Und das heißt, sie sind nicht
wirklich an dem Menschen interessiert, deren Leben sie zu zerstören
drohen. Sie sind obsessive Egozentriker, emotionale Outlaws, denen
alles egal ist - bis auf das eine Ziel: "Ich hatte immer das
Gefühl, das ich ausgesucht worden bin. Für etwas, was er
nicht hat, nie gespürt hat, von dem er glaubte, dass er es durch
mich bekommen könnte", urteilt Renate F. über ihren
"Verfolger". "Ich hatte Angst, auf die Straße
zu gehen. Ich sah mich um, ob mir jemand folgte. Dieses Gefühl
nahm ab oder zu, je nachdem wie lange der aktuelle Fall der Belästigung
zurücklag", erinnert sich Reiner S. an diese schlimme Zeit
seines Lebens. |
 |
| Nur
eines wissen beide ganz genau: Sie wissen nicht, ob es wirklich vorbei
ist. |
 |
| (Am 30.11.2006 hat der Deutsche Bundestag das "Stalking-Opfer-Schutzgesetz"
verabschiedet.) |
 |
| SÄCHSISCHE ZEITUNG,
RHEINISCHER MERKUR, NÜRNBERGER NACHRICHTEN, DONAUKURIER - 2003 |
 |
|