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TURNER Licht und Farbe
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Web + Turner in Essen
11.9.2001
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Frieden - Bestattung auf See

"Für uns ein Desaster"

Interview mit Andrew Wilton, Turner-Experte der Tate Gallery.


Welchen Stellenwert hat die Ausstellung für die Tate Gallery?
Nun, Turner hatte immer großes Interesse an Deutschland, und Deutschland an den Bildern Turners. Für die Tate ist das eine der größten Turner-Ausstellungen auf dem Kontinent. Und es ist für uns eine Katastrophe, ein Desaster. Die Besucher in London sehen derzeit einen Turner, den sie nicht kennen, weil so viele Bilder fehlen.

Wie lange haben die Vorbereitungen zu dieser Retrospektive gedauert?
Vor zehn Jahren kam die Ruhrgas AG mit dieser Bitte auf uns zu. Man wollte Turner als das Universalgenie, dessen Schaffensbereich weit über den aller anderen Landschaftsmaler hinausging zeigen.

Folgerichtig wurden die Leihgaben der Tate Gallery um Gemälde, Zeichnungen, Stiche und Skizzenbücher ergänzt und erweitert, die aus Sammlungen in allen Teilen der Welt zu einer Werkschau zusammengetragen wurden, die in vielfacher Hinsicht in ihrer Mannigfaltigkeit überwältigend ist. Aber sie will Ihnen Turner in allen seinen Facetten zeigen.

Dennoch ist die Schau natürlich nur ein Auszug. Alleine die Tate hat mehr als 19.000 Werke in ihren Beständen. Was fehlt vor allen Dingen?
'Temeraire' und 'Rain, Steam and Speed' werden von der National Gallery nicht mehr ausgeliehen. Das hat auch konservatorische Gründe. Leider sind viele Arbeiten Turners schon zu seinen Lebzeiten nicht in bestem Zustand gewesen.

Viele sehen Turner als Vorläufer der abstrakten Malerei. Stimmen Sie zu?
Nein. Das ist er in keiner Weise. Er hat gesagt:
'I painted it to show what it was like'. Auch seine Darstellung des Lichts ist rein beschreibend. Er löst sich in keinem Punkt von der Natur-Darstellung ab.