| Selbstbildnis des Mathias Grünewald |
| Diese Nacht hat ein strahlendes Ende |
| Der Isenheimer Altar zu Colmar von Mathias Grünewald |
| Der Breisacher Münsterberg |
| Am Abend des 20. Juni 2007 erlebte ich auf dem romanisch-gotischen Münsterberg in Breisach ein Naturschauspiel. Der Blick ins östliche Oberrheintal auf die Vogesen war von einer schwarzen Gewitterwand versperrt aus der immer wieder Blitze zuckten, während unweit von den schwarzen Kanten des Unwettertiefs noch Reste des Abendrots leuchteten. Im Westen hingegen, mit Blick auf den Schwarzwald, trieben Wolkenfetzen daher und die untergehende Sonne bestrahlte die grünen Hänge des Belchen über dem Markgräfler Land. |
| Einen Tag später fühlte ich mich in der ehemaligen Kapelle des gotischen Dominikanerinnenklosters zu Colmar an diesen Anblick erinnert. Ich sah den Isenheimer Altar, die berühmte Kreuzigungsszene des dreifach wandelbaren Retabels mit den Gemälden von Mathis Nithart Gothart, genannt Grünewald (geb. um 1475 vermutlich in Würzburg, gest. 1528 in Halle a.d. Saale). Ich dachte mir, dass Grünewald bei seiner Arbeit an dem Altar, die 1513 bis 1515 in Isenheim nachgewiesen ist, vielleicht auch ein ähnliches Naturschauspiel vor Augen hatte. |
| Colmar, dieses zwölf Kilometer von Breisach entfernte Fachwerkwunderstädtchen, ist ja ohnehin schon eine Reise wert. In diesem Sommer allerdings liegt es eher abseits der "Grand Tour" der Kunstbeflissenen, die nach Basel, Venedig, Kassel und Münster ziehen. Meine "Grand Tour" hätte besser gar nicht beginnen können. Denn der "Isenheimer Altar", entstanden im Auftrag von Antoniterabt Guido Guersi, der dem um 1300 in Isenheim gegründeten Kloster von 1490 bis 1516 vorstand, setzt die Maßstäbe für Kunst und was sie sein kann ziemlich hoch. |
| Genauer ist es eines der abendländischen Meisterwerke, dessen Mythos sich schon lange vom Werk selbst gelöst hat. Technisch gesehen ist der Isenheimer Altar nicht nur ein Flügelaltar in Gestalt eins Tryptichons mit den typischen Bestandteilen Gesprenge, Seitenflügel, Mittelteil und Pedrella sowie Werktags- und Feiertagsansicht. Schon formal gesehen gingen die Auftraggeber einen Schritt weiter. Das Meisterwerk aus Lindenholz hat nicht nur zwei "Wandlungen" sondern drei. |
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